Vom Fels zur Festung

Vom Fels zur Festung

Geschichte

Mit über 700 Metern Länge zählt die Befestigungsanlage von Burg und Stadt Blankenberg zu den größten zusammenhängenden Anlagen im Rheinland. Für den Bau der Mauern und Türme wurden gewaltige Mengen an Material benötigt. Der Standort der Anlage auf dem Felssporn über der Sieg bot ideale Voraussetzungen: Die Erbauer gewannen das Gestein überwiegend direkt vor Ort beim Ausheben der Gräben und im nahegelegenen Steinbruch. 1 Am Bau arbeiteten zahlreiche spezialisierte Handwerksberufe zusammen, organisiert in festen Arbeitsgemeinschaften (Bauhütten) und unterstützt von Tagelöhnern.

Zimmerleute und Holzfäller
versorgten die Baustelle mit Holz für Wehrgänge, Dachkonstruktionen, Gerüste oder Kräne. Die Holzfäller schlugen das Material in umliegenden Wäldern. Die Zimmerleute formten das frisch geschlagene, noch nicht getrocknete Holz direkt zu Balken und Konstruktionshölzern.

Steinbrecher
spalteten das Felsmaterial durch gezielte Schläge mit schweren Hämmern auf Risse im Gestein und formten es zu handlichen Mauersteinen.

Tagelöhner
verrichteten schwere körperliche Arbeiten wie Graben und Tragen.

Schmiede und Seiler
fertigten direkt auf der Baustelle Werkzeuge wie Hämmer, Meißel und Äxte, reparierten diese bei Bedarf und stellten zudem Seile für die Bauarbeiten her.

Baumeister
leitete und plante die Baustelle, entwarf die gesamte Anlage, verantwortete die Standsicherheit, prüfte das Material und überwachte Arbeiten sowie Ausgaben. Er stammte meist aus dem Steinmetzhandwerk und verfügte über eine lange praktische Ausbildung in der Bauhütte.

Mörtelmacher
rührten Mörtel aus Sand, Kalk und Wasser an. Für das Verfugen und Füllen der Mauern wurden große Mengen benötigt. Das richtige Mischverhältnis bestimmte Stabilität und Langlebigkeit.

Steinmetze
fertigten gezielt Steinformen, etwa für Portale und Tore, und bearbeiteten das Gestein mit Meißel und Hammer.

Fuhrleute
transportierten das gewonnene Baumaterial mit Ochsenkarren zum Bauplatz.

From Rock to Fortress

Measuring over 700 metres in length, the fortifications of Blankenberg Castle and town are among the largest contiguous fortifications in the Rhineland. Enormous quantities of material were required to build the walls and towers. The site of the complex, situated on a rocky outcrop above the River Sieg, offered ideal conditions: the builders sourced most of the stone directly on site whilst digging the ditches and from the nearby quarry (1). Numerous specialist trades worked together on the construction, organised into permanent working groups (Bauhütten) and supported by day labourers.

Carpenters and woodcutters
supplied the building site with timber for battlements, roof structures, scaffolding and cranes. The woodcutters felled the timber in the surrounding forests. The carpenters shaped the freshly felled, still-damp timber directly into beams and structural timbers.

Stone breakers
split the rock by delivering precise blows with heavy hammers along natural cracks in the stone, shaping it into manageable building blocks.

Day labourers
carried out heavy physical labour such as digging and carrying.

Blacksmiths and rope-makers
crafted tools such as hammers, chisels and axes directly on site, repaired them as required, and also produced ropes for the construction work.

Master builders
managed and planned the building site, designed the entire structure, ensured its structural stability, inspected the materials, and supervised the work and expenditure. They usually came from a stonemason’s background and had undergone extensive practical training in the builders’ guild.

Mortar-makers
mixed mortar from sand, lime and water. Large quantities were required for pointing and filling the walls. The correct mixing ratio determined the structure’s stability and durability.

Stonemasons
crafted specific shapes from stone, such as for portals and gates, and worked the stone with chisels and hammers.

Carters
transported the quarried building materials to the building site using ox-drawn carts.

Daten

Strasse, Hausnummer
Stadt Blankenberg, Zum Herrengarten

Karte

Zum Herrengarten, Blankenberg, Beiert, Stadt Blankenberg, Hennef (Sieg), Rhein-Sieg-Kreis, Nordrhein-Westfalen, 53773, Deutschland

Referenz

Quellen
Stadt Blankenberg